Block West Sperre bis Sommer 2021?

Ein Plädoyer gegen noch zu verhindernde Folgen einer Krise

Noch ist völlig ungewiss, wann endlich wieder Fußball gespielt werden kann. Genauso wenig haben wir eine Ahnung, wann wir das nächste Mal das Weststadion von innen sehen werden. Bei einer Sache waren wir uns jedoch sicher: Diese Überschrift wird angeklickt. Wir haben uns dieser miesen Methode bloß bedient, weil wir euch auf etwas hinzuweisen haben.
Der Ballesterer brennt. Österreichs letztes noch verbliebenes Fußballmagazin steht vor dem aus. Damit es in Zukunft neben nervigen Clickbait-Artikeln von windigen Online-Medien auch guten Fußballjournalismus geben kann, braucht es die Unterstützung von uns Fans.

Gute Presse für Fans

Wir versuchen seit unserer Gründung, den Rapid-Fans medial eine Stimme zu geben. Wir ergreifen Partei für die Interessen der Fußball-Fans und kämpfen darum, ihnen medial Gehör zu verschaffen. Dass Fans in der Berichterstattung zu Wort kommen, ist nämlich nicht selbstverständlich. Es wird zwar sehr gerne und viel über sie geschrieben, zu Wort kommen lassen Mainstream-Medien Fans jedoch meistens nicht. Der Ballesterer war da stets anders. Dort brauchte es uns nicht, damit Fans zu Wort kommen.

Dadurch erarbeitete sich das Magazin innerhalb der Fanszenen einen exzellenten Ruf. Die meisten österreichischen aktiven Fans wussten, dass sie dem Ballesterer vertrauen können. Wir waren für dieses Magazin daher nie die erste Adresse, wenn es Fragen bezüglich der Hütteldorfer Fanszene hatte. Die JournalistInnen des Ballesterer hatten sich durch ihre korrekte Arbeit bereits lange vor der RHR-Gründung den Respekt der aktiven Fanszene erarbeitet. Wenn eine Gruppe wie die Ultras Rapid, die vor kurzem noch mit „Journalisten Terroristen“-Choreographien für Aufsehen sorgte, dazu aufruft ein kritisches Medium zu retten, lässt das wohl viele etablierte Journalisten ratlos zurück.

Rettet den Ballesterer

Der Ballesterer ist das Leitmedium des österreichischen Fußballs. Er wird von Fans, Funktionären, Spielern, Trainer und anderen Journalisten gelesen. Ohne dem Ballesterer wäre der Diskurs über Fußballfans ein ganz anderer. Seit 20 Jahren arbeitet es an „der offensiven Erweiterung des Fußballhorizonts“ und zeichnet sich durch eine kritische Perspektive auf die Kommerzialisierung und den modernen Fußball aus. „Wir wollten nie ein weiteres Rad in diesem Getriebe sein, sondern der Sand, der es zum Knirschen bringt“, schreibt die Chefredaktion in der aktuellen Ausgabe.

Immer wieder behandelte der Ballesterer das Thema Repression. Ausgaben wie „Fußballfans vor Gericht“, in der sich alles um den Landfriedensbruch-Prozess drehte, sind in dieser Form in keinem anderen Medium vorstellbar. Wir wollen uns gar nicht ausmalen, was ein Ende dieses Magazins für das ohnehin bereits schlechte öffentliche Bild über Fußballfans bedeuten würde. Dabei geht es bei weitem nicht darum, Fans unkritisch zu huldigen oder ihr oftmals fragwürdiges Wirken zu verklären. Kritische Berichterstattung ist wichtig - unaufgeregt, hintergründig und analysierend.

Unsere Arbeit würde sich ohne den Ballesterer definitiv erschweren. Eines ist nämlich fix: In Krisenzeiten – in denen sich die Medienlandschaft befindet – ist die Lücke, die das Sterben des Ballesterer aufreißen würde, nicht zu schließen.

Rapidlerinnen und Rapidler, wir rufen euch deshalb in eurem eigenen Interesse dazu auf: Retten wir gemeinsam den Ballesterer. Spendet ein paar Euro, abonniert ihn oder tretet dem Supporters Club bei.

Weitere Infos findet ihr unter: https://rettet.den.ballesterer.at

zurck