Vorsänger bei Körner-Gedenkmarsch in Lebensgefahr?

Eigentlich würde man meinen, die Polizei muss sich in diesen schwierigen Zeiten mit wichtigen Sachen beschäftigen. Neben Tätigkeiten wie etwa die Wiener Bevölkerung mit „I am from Austria“ aus ihren Lautsprechern zu belästigen, findet sie jedoch immer noch genug Zeit, um Rapidler mit absurden Kostenvorschreibungen zu nerven.

Einer der Vorsänger des Block West wurde von der Landespolizeidirektion Wien aufgefordert, 1.020 Euro zu bezahlen. Die Gebühr für den Einsatz von 15 Beamte für knappe 2 Stunden werden ihm in Rechnung gestellt, weil er sich angeblich grob fahrlässig einer Gefahr für Leben oder Gesundheit ausgesetzt und dadurch einen Polizeieinsatz ausgelöst haben soll. Der Grund: Der Gedenkmarsch mehrerer Rapidlerinnen und Rapidler zum Grab von Alfred Körner und der danach erfolgte gemeinsame Marsch zum Weststadion am 1.3.2020 wurde von 15 Polizisten begleitet.

Diese Rechtsansicht der Landespolizeidirektion ist völlig unvertretbar, denn die von der Polizei zitierte Rechtsgrundlage, § 92a Abs 1a SPG, besagt, dass jemand, der vorsätzlich eine falsche Notmeldung auslöst oder sich grob fahrlässig einer Gefahr für Leben oder Gesundheit aussetzt und dadurch das Einschreiten der Polizei verursacht, auch die Kosten dafür zu tragen hat. Sinn dieser Bestimmung ist, dass Menschen, die sich leichtsinnig in Gefahr bringen und von Polizisten „gerettet" werden müssen, auch dafür zahlen sollen.

Der Vorsänger hat sich aber weder selbst einer Gefahr für Leben oder Gesundheit ausgesetzt, noch tat das irgendein anderer Rapid-Fan. Der Gedenkmarsch war mit Abstand der gesittetste Corteo, den Rapid-Fans in den letzten Jahrzehnten gemacht hatten. Immerhin war der Anlass ein sehr trauriger. Man wollte sich würdig von Fredi Körner verabschieden. Der Marsch fand wohlgemerkt am 1. März statt, also lange bevor die österreichische Bundesregierung erste Maßnahmen zur Eindämmung des COVID-19 Virus bekannt gab.

Es ist zwar nett, dass der Polizei das Leben und die Gesundheit des Vorsängers am Herzen liegt, die dafür ausgestellte Rechnung werden wir aber natürlich entschieden zurückweisen.

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