Krawallmedien und ihre verzerrende Interpretation einer BMI-Statistik

 In der letzten Woche wurde ausgehend von der Kronen Zeitung sehr reißerisch über eine „Gewalt-Statistik“ des Innenministeriums berichtet. Die Rechtshilfe Rapid kann entwarnen: Es gibt keinen Anstieg der Gewalt in Österreichs Stadien. Wir liefern nun ebenfalls Zahlen und Fakten, da diese für eine Einordnung der Anzeigenstatistik unabdingbar sind.

 

 Screenshot: oe24.at

 

Diese Statistik wurde für die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des Abgeordneten Christian Kovacevic (SPÖ) an den Bundesminister für Inneres betreffend Sicherheit bei Fußballmeisterschaftsspielen in der Saison 2016/17 erstellt.

Wie schon in den meisten Jahren davor rangiert unser SK Rapid in dieser Statistik ganz vorne, doch wie so oft gilt: Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht" hast.

Denn natürlich müssten die Zahl der Anzeigen in Relation zu den Gesamtzusehern gesetzt werden, wenn man daraus sinnvolle Schlüsse ziehen will. Da wir wissen, dass jeder dritte Stadionbesucher in der obersten Spielklasse ein Rapid-Fan ist, braucht wohl nicht näher gesagt zu werden, wie sich die Zahlen bei dieser Betrachtung entwickeln. Einen tollen Artikel dazu hat der Klub der Freunde des SCR“ veröffentlicht, den wir an dieser Stelle sehr empfehlen können.

Worum es aber auch geht ist Folgendes: Die permanente Stigmatisierung von Fußballfans im Allgemeinen und von Rapid-Fans im Speziellen führt natürlich dazu, dass die Anzeigenneigung der Polizei gegenüber dieser Zielgruppe viel höher liegt. Übersetzt ausgedrückt: Ein Rapidler steht sowieso im Generalverdacht und wenn dann etwas ist, wird sofort jeder zum Verdächtigen und folglich auch angezeigt.

Hinzu kommt, dass die enormen Polizeiaufgebote bei Spielen des SK Rapid - speziell beim Derby, gegen Sturm oder auch auswärts gegen den LASK usw. - gerechtfertigt werden müssen. Es braucht also Erfolgsmeldungen". Man stelle sich vor, die Polizei rückt mit Hundertschaften und Sondereinheiten aus und niemand wird erwischt oder angehalten. Das würde doch die Kosten nicht rechtfertigen, die solche Großeinsätze unweigerlich nach sich ziehen.

Ein Anstieg von Anzeigen sagt daher nichts über die Realität im Stadion aus. Besonders nicht, da diese eben immer lockerer vergeben werden und Verfahren meist eingestellt werden. Selbst vor Gericht enden diese größtenteils mit Freisprüchen. Wer wirklich daran interessiert ist, ob es in Österreichs Stadien ein Gewaltproblem gibt oder nicht, der muss danach fragen, wie viele Fußballfans auch tatsächlich für die angezeigten Delikte vor Gericht verurteilt werden. Bei wie vielen Fans konnte die Schuld also auch bewiesen werden? Hier können wir als Rechtshilfe Rapid gerne für Aufklärung sorgen. Denn wir haben zur Arbeit in der abgelaufenen Saison eine Statistik erstellt, die ein paar interessante Zahlen zu Tage bringt:

In der Saison wurden der RHR in zehn Fällen gesamt 50 Beschuldigte gemeldet, die nach Paragraphen des Strafrechts angezeigt wurden.

Die bisherige Bilanz:

39 Einstellungen

3 Freisprüche

2 Verurteilungen

6 Verfahren laufen noch

Bei Delikten aus dem Verwaltungsrecht kam es in der Saison bei 53 Beschuldigten zu fünf negativen Entscheidungen. Etliche dieser Verfahren sind allerdings noch nicht abgeschlossen.

In lediglich sieben Fällen konnte Fans des SK Rapid also die zweifelsfreie Schuld nachgewiesen werden. Gemessen an den offiziellen Anzeigenstatistiken der letzten Jahre wurde der Rechtshilfe Rapid in dieser Saison in etwa jeder zweite Fall gemeldet; über die anderen 50% wissen wir nichts, wobei sich im Zuge dessen natürlich auch die Frage stellt, ob diese Personen dann eindeutig einem Fanlager zugeordnet werden können. Außerdem ist davon auszugehen, dass darunter auch viele „kleinere Delikte“ (wie z.B. Wildpinkeln) sind, die vielleicht etwas über fehlende Infrastruktur aussagen, aber nichts über fehlende Sicherheit.

Im Interesse des Fußballs wäre es jedenfalls wünschenswert, wenn sich Medien bemühen würden, eine sachliche Diskussion zu führen. Denn selbst wenn seitens Polizei und Politik stets etwas anderes suggeriert wird, sind Österreichs Stadien sehr sicher.

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