BH Feldkirch stellt Strafen für „animalisches Gehabe im Gästekäfig“ aus

Einige Rapidler bekamen nach dem Auswärtsspiel in Altach am 10.05.2015 Strafverfügungen zwischen 50 und 200 Euro. Inhalt dieser Strafverfügung war die angebliche Verletzung des § 81 SPG - Störung der öffentlichen Ordnung. Grund für diese Störung der öffentlichen Ordnung soll folgendes gewesen sein:

 „Sie haben den Absperrzaun erklettert und sich darauf gesetzt“

 Was war passiert? Fans waren nach einem Rapid-Tor auf den Zaun geklettert, um ihren Torjubel zu zelebrieren.

Die BH Feldkirch nimmt an, dass sich Personen daran gestört haben könnten, und die öffentliche Ordnung dadurch gestört wurde. Dies reicht nach den Vorgaben der damit einhergehenden Judikatur nicht aus, denn hierzu bedarf es der konkreten Eingrenzung der “gestörten” Personen.

Die Rechtshilfe Rapid reichte natürlich Einspruch ein. Die ausführliche Begründung der Behörde auf unseren Einspruch sprengte den Wahnsinn der Strafe allerdings noch einmal.

Die Ansichten der Vorarlberger Behörde – was eine Störung der öffentlichen Ordnung darstellt - sind schon eine Sache für sich. Die Art und Weise wie die Behörde das angebliche Vergehen begründet und die Wortwahl, die sie dabei verwendet, ist skandalös und gehört der Öffentlichkeit dargelegt.

 

 

 

Die verwendeten Begriffe wie "animalische Geste", "Gästekäfig", "leider szenentypisches Verhalten" sind tendenziös und entsprechen nicht, der von Behörden zu erwarteten professionellen  Ausdrucksweise bzw. Arbeitsweise und lässt eine Voreingenommenheit vermuten.

Wir formulierten auf das Schreiben der Vorarlberger Polizei mit unserem Kooperationsanwalt Mag. Arthofer eine passende Antwort. In dieser stellten wir auch den Antrag, dass die Behörde prüfen solle, ob der „Gästekäfig“ den Vorgaben der Sicherheitsrichtlinien entspricht, da weder ausreichende Fluchtwege vorhanden sind, noch ausreichende Sanitäranlagen.

Interessant finden wir, dass der Gästesektor mittlerweile in einen anderen Bereich im Stadion versetzt wurde. Ob dies im Zusammenhang mit unserem Verfahren steht, wissen wir nicht.

Jedenfalls wird im November am Bregenzer Verwaltungsgericht der Fall vor einem Richter behandelt. Dabei wird geklärt, ob man durch das Sitzen am Zaun und der Freude über ein Tor die öffentliche Ordnung stören kann.

 

 

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