„Herst, wer hat denn da den Auftrag gegeben, welcher Narr?“

Nach dem 323. Wiener Derby sorgte eine völlig überforderte Polizei vor dem Gästesektor für eine gewaltvolle Eskalation. Es wurden mehrmals wahllos Schlagstöcke und Pfefferspray gegen friedvolle Rapid-Fans eingesetzt. Die RHR wird rechtliche Schritte gegen den unverhältnismäßigen Einsatz einleiten und bittet Rapidler und andere Zeugen um ihre Mithilfe.

Der nachfolgende Bericht basiert auf Infos von mehreren Zeugen, die uns verschiedene Situationen unabhängig voneinander identisch berichteten. Aktivisten der RHR waren zudem selbst Zeugen mehrerer Übergriffe.

Bei der Abreise der Fans aus dem Sektor F fuhr plötzlich eine Kolonne von etwa fünf Mannschaftswägen der Polizei mit hoher Geschwindigkeit durch eine Menschenmenge von Rapidlern in Richtung U2 Station. Ein weiterer Polizei-Bus reversierte daraufhin, ohne dabei Rücksicht auf hinter dem Wagen befindliche Fans zu nehmen. Zwei Personen wurden dabei angefahren, woraufhin von Umstehenden auf das Fahrzeug geklopft wurde, um auf die Gefahrensituation aufmerksam zu machen. Während der Fahrer eine kurze Geste der Entschuldigung machte, sprang ein anderer, äußerst aggressiver Polizist aus dem Fahrzeug und rief: „Was wollts ihr Arschlöcher von uns?“. Dadurch entstand rasch eine angespannte Situation und es kam zu Wortgefechten. Wenige Augenblicke später trat Augenzeugen zufolge Einsatzleiter Werner Granig in Erscheinung, der hektisch um sich schrie und von einem Angriff auf die Einsatzkräfte fabulierte. Einen solchen gab es zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht. Ein Angriff erfolgte allerdings umgehend seitens der Polizisten wodurch die Situation kurzzeitig außer Kontrolle geriet. Dabei wurde gegen umstehende Personen – einschließlich der beiden angefahrenen –  massiv Pfefferspray eingesetzt. 
Dennoch beruhigte sich die Lage rasch, was besonders einigen Rapid-Fans zu verdanken ist, die aufgebrachten Fans und insbesondere aggressiven Beamten signalisierten, sich bitte zu beruhigen.

Die Polizei hatte jedoch offensichtlich immer noch Lust, weitere Angriffe gegen Fans zu unternehmen. Während die aktive Fanszene den Stadionbereich bereits verlassen hatte, begannen die Beamten in Formation auf den Parkplatz vorzurücken. Rapidler, die aufgrund des Verkehrsstaus bei ihren Fahrzeugen darauf warteten, den Parkplatz verlassen zu können, waren nun Ziel der nächsten Welle an Polizeigewalt. Abermals wurde seitens der Einsatzkräfte mit Schlagstöcken und Pfefferspray auf alles losgegangen, was im Weg stand. Der Waffengebrauch wurde davor weder angekündigt, noch wurde ein Grund für den Einsatz genannt. Blieb man stehen, lief man Gefahr, Pfefferspray ins Gesicht zu bekommen oder über die Autos gestoßen zu werden. Bewegte man sich weg, wurde man verfolgt und beschuldigt flüchten zu wollen. 
Was Ziel des Einsatzes gewesen sein sollte, war zu keinem Zeitpunkt ersichtlich. Ob die Eskalation gewollt war oder sie lediglich eine Folge der eigenen Unfähigkeit war, mit größeren Menschenansammlungen umzugehen, können wir nicht beantworten. Die Wiener Polizei stellte jedenfalls einmal mehr unter Beweis, dass sie vollkommen überfordert bzw. nicht gewillt ist, ein ohnehin schwach besuchtes Derby ohne Probleme abzuwickeln. 
Positiv stimmt uns, dass sich der Großteil der Rapid-Fans trotz heftiger verbaler und körperlicher Angriffe besonnen verhielt und die zahlreichen Provokationen ignorierte. Nur das verhinderte die offenbar herbeigesehnte größere Eskalation.

Nach dem skandalösen Einsatz am Parkplatz kam WEGA Kommandant Ernst Albrecht an den Ort des Geschehens und richtete an die durchführende Einsatzeinheit eine berechtigte Frage:
 
Wir werden diesen Einsatz jedenfalls nicht so auf uns sitzen lassen und bitten euch dabei um eure Mithilfe: Dokumentiert eure Verletzungen und fertigt ein Gedächtnisprotokoll der Ereignisse an. Falls ihr Zeugen von Übergriffen geworden seid oder Aufnahmen von solchen besitzt, meldet euch bitte so rasch wie möglich bei uns oder sendet eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Bedenklich stimmt uns einmal mehr die Art und Weise, wie mehrere Medien die Presseaussendung der Polizei unhinterfragt übernommen und verbreitet haben. Denn anders als medial dargestellt, ging die Eskalation eindeutig von der Polizei aus. 
Allen verletzten Rapidlern wünschen wir eine gute Besserung.

Der Rapid-„Fan“ in den Medien: The never ending story

Es ist ein uralter Konflikt, der aktuell wieder neu aufgewärmt wird. Medien gegen Rapid-Fans. Rapid-Fans gegen Medien. Dabei wird auf bewährte Mittel zurückgegriffen. Wie Rapid-Fans in den österreichischen Medien geframt werden. Ein Fallbeispiel.

Der Block West hat im Spiel gegen den SK Sturm mit größtmöglicher Provokation die Konfrontation gesucht. Die Kurve hat die letzten Jahrzehnte gelernt, dass sie nur durch Übertreibung eine mediale Aufmerksamkeit erreicht. Die Reaktionen auf die verbale Zuspitzung auf dem gezeigten Spruchband kamen prompt und waren zugleich überaus entlarvend. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der (unsachlichen) Kritik an der Berichterstattung der letzten Wochen gab es nicht; was jedoch folgte, war eine Aufforderung in einem offenen Brief an Rapid- Präsident Michael Krammer. „Wir erwarten uns eine eindeutige öffentliche Klarstellung und Entschuldigung im Sinne einer weiteren konstruktiven Zusammenarbeit“, so Hans Peter Trost von Sports Media Austria. Welche Konsequenzen es für den SK Rapid gegeben hätte, wäre diese Entschuldigung nicht erfolgt, wird im Brief nicht erklärt. Das sagt über das Selbstverständnis der Vereinigung der österreichischen Sportjournalisten so einiges aus. Es ist daher auch wenig verwunderlich, dass die Stellungnahme der vereinten Hütteldorfer Fanszene bislang weitestgehend ignoriert wurde. Aktive Beteiligung der Fans am Vereinsleben wird von Journalisten nicht gern gesehen. Der Rapid-Fanszene wird ohnehin längst zu viel Einfluss attestiert. Die Antworten auf die Stellungnahme der Rapid-Fanszene standen bereits in Form der nächsten Schlagzeilen über Rapidler bereit.

„Hitler-Gruß: 18 Monate Haft für Rapid-Fan“ stand groß auf der Titelseite der Gratiszeitung Österreich – direkt unter der Nachricht, dass der „Terror-Lenker“ von Barcelona erschossen wurde.

Derart prominent ist die Berichterstattung darüber nicht überall. Dafür wird dieser Prozess völlig offen mit dem Spruchband vom Samstag in Zusammenhang gesetzt. So beginnt der Bericht im Standard überaus süffisant: „Die ‚Ultras Rapid‘, fanatische Anhänger des in der Vergangenheit recht erfolgreichen Fußballklubs Rapid, fühlen sich derzeit ungerecht behandelt“. Ein Mann wurde der nationalsozialistischen Wiederbetätigung überführt und dafür schuldig gesprochen. „Entlarvt wurde der 39-jährige, der Mitglied beim Fanklub ‚Ultras Rapid‘ ist, durch Aufnahmen aus der Überwachungskamera im Stadion“, schreibt die Tageszeitung Österreich.

Offenbar hat der Angeklagte vor Gericht behauptet, sein Tattoo mit den Ziffern „88“ hätte er aufgrund seiner Mitgliedschaft bei Ultras Rapid, die 1988 gegründet wurden. „Man kann auch bei den ‚Ultras‘ und Neonazi sein. Theoretisch“, habe Richter Ulrich Nachtlberger laut APA eingeworfen. Eine Geschichte, die für die Leserschaft schlüssig klingt, von sämtlichen Medien ähnlich lautend erzählt wird und wunderbar in die aktuellen Debatten über Rapid-Fans passt. Eigentlich.

Wir haben daher versucht die Arbeit zu erledigen, die eigentlich von Journalisten verrichtet wird. Denn obwohl es die Geschichte sogar auf die Titelseiten geschafft hat, gab es weder beim SK Rapid noch bei Ultras Rapid oder uns Medienfragen zu besagter Person. Also haben wir erstmal bei mehreren langjährigen Mitgliedern von Ultras Rapid nachgefragt, wer denn dieser verurteilte Rapidler sein könnte. Nur leider kennt niemand einen „Hannes S.“ Wir haben weiter nachgebohrt. Mitgliederlisten wurden durchforstet. Auch hier wurde schnell klar: Ein Mitglied mit dem Namen Hannes, dessen Nachname mit S. beginnt existiert nicht. Selbiges erfährt man bei allen anderen aktiven Fangruppen des Block West. Ebenso wenig ist die Person Abonnent oder Mitglied des SK Rapid. Man kann aus unserer Sicht also recht nüchtern feststellen: Dieser Hannes S., der vom SK Rapid nach dem Vorfall zu Recht ein Hausverbot bekam, hat mit der organisierten Fanszene des SK Rapid nichts zu tun.

Der Bericht eignet sich jedoch hervorragend für die gezielte Stimmungsmache der letzten Tage und Wochen. Sports Media Austria hat es in dem offenen Brief an Michael Krammer selbst festgestellt: Journalisten sind nicht frei von Fehlern. Wir stellen uns jedoch eine zentrale Frage: Ist es Zufall, dass die immer gleichen Fehler auf die immer gleiche Art und Weise gegen die immer gleichen Leute begangen werden oder steckt vielleicht doch eine Strategie dahinter? Auch das könnte eine Frage sein, der findige Journalisten auf den Grund gehen könnten. Mit der Arbeit darf ab sofort begonnen werden. Wir wünschen frohes Schaffen.

5 Jahre Rechtshilfe Rapid

Wir feiern 5 Jahre Rechtshilfe Rapid! Mit Programm, Ehrung der Gründungsmitglieder, Infostand, Musik, ausreichend Getränken und Grillerei. Im Anschlussübertragen wir das Champions League Finale.
 
Die Einnahmen kommen dem Vereinszweck zu Gute!

Neue Infobroschüre erhältlich

Ab dem Heimspiel gegen Sturm Graz gibt es unsere neue Infobroschüre im Stadion. Es ist bereits die 3. Auflage mit vielen Infos für Stadionbesucher, wie zum Beispiel dem neuen Sicherheitspolizeigesetz, dem Verhalten gegenüber Polizeibeamten oder dem Thema Stadionverbot. Ihr könnt die Broschüre auch direkt hier runterladen:

 

Infobroschüre

Neue Nummer der Rechtshilfe Rapid

Die Rechtshilfe Rapid hat ab sofort eine neue Nummer: +43 677 1899 1414 speichert sie am Besten direkt in euer Handy!

 Neue Nummer

(die alte Nummer bleibt noch bis Jahresende erreichbar)

zurck