5 Jahre Rechtshilfe Rapid

Wir feiern 5 Jahre Rechtshilfe Rapid! Mit Programm, Ehrung der Gründungsmitglieder, Infostand, Musik, ausreichend Getränken und Grillerei. Im Anschlussübertragen wir das Champions League Finale.
 
Die Einnahmen kommen dem Vereinszweck zu Gute!

Neue Infobroschüre erhältlich

Ab dem Heimspiel gegen Sturm Graz gibt es unsere neue Infobroschüre im Stadion. Es ist bereits die 3. Auflage mit vielen Infos für Stadionbesucher, wie zum Beispiel dem neuen Sicherheitspolizeigesetz, dem Verhalten gegenüber Polizeibeamten oder dem Thema Stadionverbot. Ihr könnt die Broschüre auch direkt hier runterladen:

 

Infobroschüre

Neue Nummer der Rechtshilfe Rapid

Die Rechtshilfe Rapid hat ab sofort eine neue Nummer: +43 677 1899 1414 speichert sie am Besten direkt in euer Handy!

 Neue Nummer

(die alte Nummer bleibt noch bis Jahresende erreichbar)

Gratiszeitungen erfinden beinahe Tod einer 7-jährigen Rapidlerin

Die Gratiszeitung „Heute" titelt in ihrer Online-Ausgabe vom 13.4.2017 „Bengalos: Mädchen (7) bei Rapid-Match fast erstickt". In der Printausgabe schwadroniert sie sogar davon, dass „Rapid-Rowdies beinahe ein Mäderl töteten". Die Tageszeitung „Österreich“ verbreitet dieselbe Geschichte. Das Problem daran ist aber: Sie stimmt nicht.

 Heute Artikel

In den Artikeln werden Wahrnehmungen einer Tragödie geschildert, die sich am vergangenen Wochenende scheinbar unbemerkt im Auswärtssektor des Rieder Stadions abgespielt haben soll. Unbemerkt, weil natürlich auch wir als Fans dort anwesend waren und wir, wie vermutlich viele andere auch, von diesem Artikel überrascht waren.

So schildert der Autor darin ein „Fan-Drama beim Rapid-Match", ein „Mädchen wäre fast erstickt", das Match „endete beinahe in einer Katastrophe", Zeugenaussagen zufolge „war das Mädchen durch den Rauch schon schwarz im Gesicht" oder „nachdem das Kind durch Bengalos schwer verletzt wurde". Der Text schließt mit der Forderung nach einer harten Bestrafung „dieser Chaoten" und - wie immer - darf natürlich auch eine obligatorische Umfrage zum individuellen Sicherheitsgefühl nicht fehlen, deren Ausgang man sich angesichts der Berichterstattung wohl denken kann.

Jedenfalls haben wir uns den Sachverhalt umgehend näher angesehen und auch den Vater des betroffenen Mädchens kontaktieren können. Dieser hatte den Artikel noch nicht gelesen und er war vom Inhalt beinahe genauso überrascht wie wir.

Richtig ist:

Das Mädchen ist durch das Zünden von grünem Rauch (keine Bengalos) in Minute 15 erschrocken, weshalb der Vater umgehend den Ausgang aufsuchte. Das Verlassen des Sektors konnten auch Aktivisten der Rechtshilfe Rapid beobachten. Dies lief völlig ruhig ab und es konnte weder Atemnot noch ein schwarzes Gesicht am Kind wahrgenommen werden. Jedenfalls begann das Mädchen aber zu weinen und der Vater wollte bei den anwesenden Sanitätern auf Nummer sicher gehen, ob alles in Ordnung ist. Diese schickten das Mädchen zur Kontrolle ins Rieder Krankenhaus, wo umgehend Entwarnung gegeben und keine Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Ein Sanitäter klärt uns dazu auf, dass dieser Ablauf nicht ungewöhnlich ist. Kinder werden vom Rettungsdienst nahezu immer hospitalisiert. Zum einen sind sie nicht reversfähig, zum anderen haben fast alle Sanitäter zu wenig Erfahrung mit Kindern und bei Kindern noch mehr Angst, eine Fehleinschätzung zu machen.

Der Vater fuhr nach der Untersuchung mit der Tochter per Taxi retour zum Stadion, wo beide gegen Spielende eintrafen und danach mit dem Fanbus - so wie bei der Anreise - nach Hause fuhren.

Wir wollen derartige Vorfälle nicht verharmlosen und jeder Zwischenfall ist einer zu viel, doch erfreulicherweise wurde Pyrotechnik beim Auswärtsspiel in Ried sehr verantwortungsbewusst eingesetzt und es kam zu keinen Verletzungen. Wir verwehren uns entschieden gegen diese Form der Sensationsberichterstattung, die neben dem Kampf um Auflage und Klicks nur ein Ziel verfolgt: Fußballfans als Verbrecher zu diskreditieren und Pyrotechnik im Stadion noch schärfer als jetzt zu bestrafen.

Abschließend hat uns der angesprochene Vater noch gebeten im Rahmen dieser Aussendung festzustellen, dass:

- er aus dem Vorfall gelernt hat
- Pyrotechnik im Fansektor aus seiner Sicht dazu gehört

Diesem Wunsch kommen wir gerne nach und wir freuen uns schon darauf die junge Rapidlerin bei nächster Gelegenheit persönlich kennenzulernen.

Rechtshilfe Rapid, 14.4.2017

Kennzeichnungspflicht für Polizisten

Eine gemeinsame Forderung der österreichischen Fußballfanszene

Polizisten sollen nicht länger inkognito bleiben dürfen, denn die österreichische Polizei bricht immer wieder Gesetze, ohne dafür belangt werden zu können. Vor allem wir Fußballfans sind einer zunehmenden Willkür seitens der Polizei ausgesetzt. Ob in Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck oder anderswo: Polizisten überschreiten ihre Befugnisse und brechen im Schutz der Anonymität Menschenrechte. Um dem entgegentreten zu können, muss jeder Beamte an der Uniform klar sichtbar gekennzeichnet werden.

Fans haben jahrelang negative Erfahrungen mit Polizeieinsätzen gemacht. Überwachung und Repression haben ein beklemmendes Ausmaß angenommen; wir erleben ein stetiges Aufrüsten und beinahe jährlich werden die Befugnisse der Polizei ausgeweitet. Spätestens seit den Jahren vor der Europameisterschaft 2008 sind Polizeieinsätze bei Fußballspielen für sicherheitspolitische Experimente zur Bekämpfung zivilgesellschaftlicher Freiräume missbraucht worden. Das führt immer wieder zu vermeidbaren Eskalationen. Schon die unverhältnismäßig hohe Polizeipräsenz und das martialische Auftreten von geschlossenen Einheiten wirken immer bedrohlicher. Das mindert die Attraktivität des Spielbesuchs und trägt auch zu sinkenden Zuschauerzahlen bei. Zusätzlich leistet die tendenziöse Pressearbeit der Polizei einer Skandalisierung Vorschub, die von sensationsgierigen Medien dankend aufgenommen wird.

Die größte Gefahr im Rahmen von Fußballspielen Gewalt zu erfahren, besteht unbestritten im Zusammenhang mit der Polizei. Erfahrungsgemäß kann es dabei jeden treffen, da sich die Polizeimaßnahmen nicht nur gegen Einzelne, sondern immer wieder gegen ganze Gruppen richten. Sehr häufig kommt es dabei zu Körperverletzungen durch Polizisten und nicht selten werden einzelne Opfer - um Polizeigewalt nachträglich zu legitimieren - auch noch gerichtlich verfolgt. Demgegenüber bleibt der Staat bei rechtswidriger Gewalt, Misshandlung und Diskriminierung durch Beamte so gut wie immer tatenlos. Menschenrechtsverletzungen dürfen nicht länger ungesühnt bleiben, nur weil uniformierte, teilweise sogar vermummte Täter nicht identifiziert werden können oder Ermittlungen durch die Behörden verhindert werden.

Österreich ist eines der wenigen Länder innerhalb der EU, in dem überhaupt keine Kennzeichnung vorgesehen ist. In fast allen europäischen Ländern besteht längst in irgendeiner Form eine Kennzeichnungspflicht.

Innerhalb der Polizei ist der Korpsgeist besonders stark ausgeprägt, weshalb es umso wichtiger ist, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Bürger endlich eine Kontrollmöglichkeit haben. Das Vertrauen in die Polizei ist bei vielen Menschen auf einem Tiefpunkt angelangt, was nicht zuletzt an der fehlenden Transparenz der ausführenden Organe liegt.

Es kann keine Kompromisse geben: Eine deutlich sichtbare Kennzeichnung von Beamten ist durch nichts zu ersetzen, besonders nicht, wie seitens der Exekutive behauptet, durch Bodycams.

Wir sind überzeugt, dass eine eindeutige Kennzeichnung einzelner Beamter im Einsatz ihr Fehlverhalten eindämmen wird. Sobald Polizisten auch mit Konsequenzen rechnen müssen, überlegen sie sich rechtswidrige Handlungen in der Öffentlichkeit vermutlich zweimal.

Es gibt keine Gerechtigkeit, solange die Staatsgewalt gegen Gesetze verstoßen kann, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Alle demokratischen Kräfte müssen danach trachten, endlich ein Mindestmaß an Transparenz herzustellen. Jeder Polizist muss jederzeit identifizierbar sein!

Wir laden sämtliche Fußballfans und die gesamte österreichische Zivilgesellschaft dazu ein, diese Forderung zu unterstützen. Alle politischen Entscheidungsträger sind dazu aufgefordert, schnellstmöglich eine verpflichtende Kennzeichnung von Polizeibeamten umzusetzen.

Block West Rapid Wien - Curva Viola Austria Salzburg - Fanszene Altach - Fanszene Blau Weiß Linz - Fanszene Ried - First Vienna Football Club 1894 Supporters - Freund_innen der Friedhofstribüne - Nordkurve Sturm Graz - Nordtribüne Austria Lustenau - Osttribüne Austria Wien -Südtribüne Steyr - Tivoli Nord Wacker Innsbruck – Fanszene Linzer ASK - Wolfsbrigade Sankt Pölten

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